Fisch, Auto, Einhorn: Sendlinger Eltern basteln St. Martin-Laternen

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Die Abende werden dunkler und die kleinen Kinder bestaunen immer öfter die Lichter der Großstadt. Lichter oder Kerzenschein üben schon sehr früh eine Faszination auf Kinder aus. Nun steht Sankt Martin vor der Tür und der Umzug mit den bunten Laternen lässt Kinderaugen bezaubert staunen. Vor allem Krippenkinder sind begeistert von den vielen Lichtern in der Dunkelheit.

Wir alle erinnern uns an das Laternenbasteln unserer Kindheit – für Krippenkinder ist dies jedoch etwas zu früh. Denn die Entwicklungsunterschiede zwischen 2-3-Jährigen und 3-6-Jährigen sind immens: Bei Krippenkindern geht es vornehmlich um das Handeln selbst, sowie um das Hantieren und die Bewegung. Aus diesen Gründen steht nie ein fertiges Produkt im Fokus, sondern der Prozess an sich ist wichtig.

Was also tun an Sankt Martin? Wo sollen die fertigen Laternen herkommen?

Früher bastelten die ErzieherInnen eifrig Laternen für alle Kinder. Carina Mietaschk, Leiterin der Kinderkrippe Sendling hat die Herangehensweise modernisiert: „Wir wollten etwas Neues starten und haben daher nach einem erfolgreichen Testlauf im letzten Jahr die Eltern an einem Abend in die Kita eingeladen. Die Teilnehmerzahl hat die vom letzten Jahr deutlich übertroffen, wir freuen uns daher das Laternen-Basteln als feste Tradition in den Jahresplan zu integrieren.“  Ihr Ziel war, dass die Eltern sich gegenseitig kennenlernen und in den Alltag der Krippe involviert werden. Gesagt, getan. 13 Eltern konnten sich an besagtem Abend Zeit freischaufeln und wurden mit reichlich Bastelmaterialien, Vorlagen sowie Lebkuchen und Glühwein empfangen.

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Die einzigen, die dem Bastelabend zweifelnd entgegen sahen, waren einzelne Kinder. Sie fragten nach der Besprechung im Morgenkreis: „Können die Eltern das? Die basteln daheim nie!“ Unter anderem angestachelt durch die kleinen Zweifler, gaben sich die Eltern dann anschließen alle Mühe und fabrizierten Einhörner, Fische und Autos (das favorisierte Laternenmodell der kleinen und großen Jungs). Carina Mietaschk spricht nicht ohne Stolz von einem wahren Fuhrpark: „Wir haben ein Taxi, ein Polizeiauto, einen VW-Bus und ein BMW-Mitarbeiter-Papa hat auch ein BMW-Emblem an der Laterne seines Sohnes angebracht.“

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Da die Abholzeiten der Kinder stark variieren und die Eltern daher nicht oft aufeinander treffen, freuten sich viele Mütter und Väter sehr über die Gelegenheit sich kennenzulernen. Bei der gegenseitigen Bastelunterstützung entstanden zahlreiche neue Bekanntschaften. Carina Mietasck nutzte die Gelegenheit außerdem, um ihre neue Mitarbeiterin, Kinderpflegerin Ermione Blatsara vorzustellen, die sich zukünftig um die Schmetterlingsgruppe kümmern wird.

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Natürlich ist sie auch schon beim Sankt-Martins-Umzug mit dabei. Dann nämlich werden die Eltern ihre Laternen aus der Kita holen und gemeinsam werden die ErzieherInnen, KinderpflegerInnen, Eltern und Krippenkinder eine Runde drehen und dabei die Laternen-Lieder singen. Bis dahin hängen die Laternen an den Bambusstangen in der Krippe und erfüllen die Kinder mit Stolz: „Das ist meine Auto-Laterne, die hat mein Papa für mich gemacht.“ – „Und das ist meine Fisch-Laterne, die hat meine Mama für mich gemacht!“

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