Kinderkrippe Neuhausen Geometrie

Kinderkrippe Neuhausen: „Wir wollen malen“

Die Krippenkinder lernen Kreise kennen und Farben unterscheiden

Neuhausen geometrie

Kinder lernen grundsätzlich leichter, wenn Sie ihrem eigenen Wunsch nach mehr Wissen folgen. So wünschten sich die Kinder der Kinderkrippe Neuhausen: „Wir wollen malen.“ Die pädagogischen Mitarbeiterinnen der Wichtel Akademie nutzen diesen Wunsch für ein pädagogisches Angebot, das sowohl den Bildungsbereich Ästhetik und Kunst als auch Naturwissenschaften abdeckt: Zeichnen einer geometrischen Form, den Kreis. Dabei übten und nutzen die Kinder gezielt zwei benachbarte und harmonische Farben. Dann befassten sie sich mit deren unterschiedlichen Nuancen.

Pädagogin Roxana Matei erklärt: „Mir war es wichtig, dass der Wunsch von den Kindern kam und, dass alle mitmachen wollten. Diese intrinsische Motivation steht bei uns im Vordergrund. Mir macht es Spaß, wenn die Kinder Spaß haben – vom zehn Monate alten Linus bis zu den älteren Lara und Julie haben alle begeistert mitgemacht.“

„Die Kinder waren dieses Mal sehr lange, also fast 15 Minuten, konzentriert dabei“, erzählt Roxana Matei. „Lara und Julie zeigten sich begeistert gegenseitig ihre Kreise und vertieften sich dann in ein Gespräch darüber. Und der 10-monatige Linus krabbelte zum Tisch, hielt den Stift fest und klopfte damit sein ersten Bild.“ Je länger die Kinder malen desto kreativer werden sie. Beim Halten des Stifts, dadurch, dass sie den Winkel ändern oder unterschiedlichen Druck ausüben, schulen sie auch ihre Feinmotorik in Fingern und Handgelenk, die später unter anderem für das Schreiben wichtig ist.

Beim Malen lernen die Krippenkinder auch Ausdauer und Konzentration. Was parallel auch zu Frustration führt. „Darum können wir bei so einem päsagogischen Projekt nicht still daneben sitzen, sondern müssen aktiv-passiv die Kinder beobachten und hinterfragen, wer Hilfe möchte“, erklärt Matei. „Wenn ihnen nicht gelingt, was sie von sich selbst erwarten, weinen die Kinder und wir helfen ihnen dann, stolz auf sich und ihre Fertigkeiten und Fähigkeiten zu sein.“

Sie zeichnen kleine Kreise, große Kreise und zählen mit der Pädagogin die Kreise. Damit stärken sie zusätzlich ihre mathematischen Kompetenzen. Außerdem erklären ihnen die Erzieherinnen, dass sie jeweils nur einen Stift in die Hand nehmen dürfen und zurücklegen, wenn sie einen neuen wollen, so dass alle Kinder einen Stift bekommen. Damit lernen die Kinder ein Regelverständnis.

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Im Laufe des Tages bespricht die Gruppe das Thema Farben und Kreis-Formen weiter: welche Objekte und Kleidungsstücke sind gelb und orange? Wo sind Kreise in der Umgebung zu sehen? So festigt sich das Wissen bei den Kindern. Am nächsten Tag wollen die Kinder wieder Kreise malen. Die Gruppe entscheidet sich gemeinsam für zwei neue Farben und malt noch einmal Kreise, anschließend zählten sie ihre Werke und vertieften damit ihre Wissen weiter.

In den nächsten Wochen kamen dann andere geometrische Formen und Farben an die Reihe: Dreiecke und Linien. Dabei erweiterten die Kinder ihr Wissen und beim freien Malen rief Lara dann erfreut: „Kuck Roxie, Haare“, sie hatte einen Halbkreis mit Linien gemalt und so selbst Kreise und Linien in einen neuen Zusammenhang gebracht und ihren Gedanken damit Ausdruck verliehen.

Und auch der kleine Linus wird weiter mitmachen, denn mit dem Stift kann man nicht nur malen, sondern auch super klopfen und der Zusammenhang von Farben, Formen und Geräuschen macht ihm besonders Spaß.