Viele Eltern sprechen uns direkt in der Einrichtung an oder suchen im Netz nach Antworten auf pädagogische Fragen. Wir, die Pädagogen der Wichtel Akademie, können und wollen keine pauschalen erzieherischen Ratschläge erteilen. Jedes Kind ist anders und steht an seinem Entwicklungspunkt. Wir können nur sagen, was wir in der Krippe und im Kindergarten machen und warum. Wobei wir auf jedes Kind individuell reagieren. Hier finden Sie pädagogisch fundierte Aussagen zu Themen wie: Was unterscheidet die Krippe vom Kindergarten? Schläft mein Kind genug? Kratzen, beißen, raufen – ist das normal? Wie kann ich Kindern Grenzen setzen? Sauberkeitsentwicklung – wann ist das Kind soweit? Und viele mehr. Sie haben Fragen? Schreiben Sie uns auf Facebook oder Google+ mailen oder Sie uns auf info@wichtel-muenchen.com. Wir freuen uns auf ihr Feedback!

gute Kinderkrippe

8 Anzeichen für eine gute Kita

8 Anzeichen für eine gute Kita

Kinderkrippe

Die Entscheidung, sein Kind in fremde Hände zu geben, fällt niemandem leicht. Es erfordert großes Vertrauen und die emotionale Bereitschaft zur Trennung auf Seiten des Kindes und der Eltern. Viele Eltern versuchen zurzeit am „Tag der offenen Tür“ und in Kennenlerngesprächen herauszufinden, welche Kita die richtige für sie ist.

Das Vertrauen in die Kinderkrippe oder den Kindergarten entsteht dabei auf mehreren Ebenen: Auf der theoretischen Ebene entscheiden die Eltern nach den Aspekten, wie das pädagogische Konzept ausgerichtet ist, ob die Räumlichkeiten ansprechend und kindgerecht eingerichtet sind, die Verhältnisse hygienisch und natürlich auch, ob die Verkehrsanbindung und der Preis zu ihnen passt. Aber den Ausschlag gibt dann meist doch das Bauchgefühl, geleitet von den Emotionen und der Frage: Welche Stimmung herrscht in der Einrichtung.

1. Geborgenheit als Grundvoraussetzung

Motivierte und liebevolle pädagogische Fachkräfte sind für die Atmosphäre und damit maßgeblich dafür verantwortlich, ob die Kinder sich in der Kita schnell wohl fühlen. Als konstante Bezugspersonen und vertrauensvoller Erziehungspartner sorgen sie für Geborgenheit. Diese Geborgenheit vermitteln sie durch Blick- und Körperkontakt und liebevolle Sprache und Handlung. Nur wenn sich die Kinder geborgen fühlen, haben sie die Möglichkeit zu lernen und Neues aufzunehmen.

2. Elternkommunikation

Kitas, die die Partnerschaft mit den Eltern groß schreiben, nutzen unterschiedliche Kommunikationsmittel, um die Eltern am Alltag der Kinder teilhaben zu lassen. Mittel dazu sind das Eingewöhnungsgespräch, regelmäßige Dokumentation und Entwicklungsgespräche, Infoboards für die Eltern über die täglichen Aktivitäten und tägliche Hol- und Bringgespräche mit den pädagogischen Fachkräften. Weitere Informationen zu pädagogischen Themen, z.B. an regelmäßig stattfindenden Infoveranstaltungen sowie über die Website oder die sozialen Kanäle liefern hilfreiche Tipps und Einblicke in den Kita-Alltag für die Eltern. Denn eine wirklich gute Kinderkrippe sieht die Eltern als Erziehungspartner an und sucht den regelmäßigen Austausch.

3. Individuelle Eingewöhnungszeit

Eine gute Kinderkrippe richtet sich bei der Eingewöhnung des Kleinkindes in Begleitung eines Elternteils nach dem Tempo des Kindes. Die Eingewöhnung in einer guten Kinderkrippe sollte individuell an dem einzelnen Kind ausgerichtet sein und kann bis zu acht Wochen dauern.

4. Strukturierter Tagesablauf

Rituale und Strukturen sind sehr wichtig für die Entwicklung von Kindern, weil sich das Kind an diesen sich wiederholenden Abläufen orientieren kann. Daher legt eine gute Kita Wert auf täglich wiederkehrende Rituale und einen klar strukturierten Tagesablauf. In einer guten Kita startet schon jeder Tag mit einem Ritual (wie z.B. dem Morgenkreis), wobei die Rituale leicht variiert und ausgebaut werden können, passend zur Entwicklungsphase der Kinder.

5. Behutsame Zeit für die Körperpflege

Bei der Körperpflege und der Hygiene von Krippenkindern kommt es nicht auf Schnelligkeit an. Ganz im Gegenteil, in einer guten Kita nehmen sich die KinderpflegerInnen und ErzieherInnen beim Wickeln Zeit für die einfühlsame Pflege. Das Kind genießt in dieser Phase die ungeteilte Aufmerksamkeit und wird als Individuum wahrgenommen, indem die pädagogischen Fachkräfte mit dem Kind kommunizieren, ihr Handeln erklären und die Signale des Kindes wahrnehmen.

6. Raum für Freispiel

Häufige Fragen an Erzieher lauten: „Na, was hat denn mein Kind heute gelernt?“ Dabei ist das oft gar nicht so spezifisch festzulegen. In dieser frühen Lebensphase passen sie sich noch an die Welt an, lernen ihren Körper verstehen, bauen Bindungen auf und üben Sprechen. Kleine Kinder unter drei Jahren lernen jeden Tag bei fast jeder Tätigkeit und besonders beim Freispiel. Denn hier folgen sie ihren Interessen und durch diese intrinsische Motivation ist die Lernfähigkeit und -bereitschaft der Kleinkinder sehr groß. Folgt das Kind den ganzen Tag den vorgegebenen Mustern verschiedener durchgeplanten pädagogischen Projekte, ist die Lernfähigkeit geringer. Freispiel und pädagogische Projekte sollten sich abwechseln. Im Freispiel stehen die ErzieherInnen den Kindern als Spielpartner zur Seite und beobachten ihr Vorgehen.

7. Kombination von Schlaf- und Spielraum

Wo gespielt wird, da lass dich ruhig nieder. Ist ein Kind müde, sollte es sich jederzeit hinlegen können. Daher schlafen auch in einer guten Kita Kleinkinder mal im Spielraum ein. Sie werden dann auf eine Matratze gebettet und dürfen sich im Beisein der Erzieherin erholen. Für die Mittagsruhe sollten die Kinder jedoch in einen extra Raum gehen, der für einen gesunden Schlaf kühler ist als die Aufenthaltsräume. Die Funktionsbereiche in einer guten Kinderkrippe sind klar voneinander getrennt, so dass das Kind weiß, dass es hier langsam runterfahren kann. Jedes Kind hat hier seinen eigenen Schlafplatz und kommt gemeinsam mit den anderen Kindern zur Ruhe nach der intensiven Lern- und Unruhephase des Vormittags. Hier ist stets ein pädagogischer MitarbeiterIn bei den Kindern bis die Ruhephase nach zwei Stunden beendet ist.

8. Guter Personalschlüssel

Bei einem guten Personalschlüssel haben die Erzieher und Kinderpfleger ausreichend Zeit, sich einem Kind alleine zuzuwenden, denn jedes Kind braucht seine ungeteilte Aufmerksamkeit für eine bestimmte Zeit.

 

*Wir beziehen uns bei diesen 11 Anzeichen auf  die „Checkliste für Eltern, Kinder unter DREI in Kitas“, der Bertelsmann Stiftung und auf „Kinder unter 3 Jahren in Kindertageseinrichtungen“, erschienen im Vogel Werkbuch, herausgegeben vom Schul- und Kultusreferat, Sozialreferat der Landeshauptstadt München. Sowie auf ein Kurzinterview mit Dorothea Ruck, Pädagogin und Geschäftsführerin Operations der Wichtel Akademie.

Qualitaet in Kinderkrippe Wichtel Akademie 1

Woran erkennen Sie eine qualitativ hochwertige und fachlich kompetent geführte gute Kita?

Woran erkenne ich eine „gute Kita“?

Claudia Casagrande Claudia Casagrande Wichtel Akademie München GmbH Brabanter Straße 4 80805 München T.: +49 89 14344 406 F.: +49 89 14344 111 claudia.casagrande@wichtel-muenchen.com<mailto:claudia.casagrande@wichtel -muenchen.com> www.wichtel-muenchen.com<http://www.wichtel-muenchen.com/> Geschäftsführer Patrick Smague, Daniel Schmitz Handelsregister RB 184503 , Registergericht München Wichtel Akademie - Für eine glückliche Kindheit

Entscheidet man sich bewusst für eine Kindertagesstätte (oder ist man auf die Unterstützung angewiesen), sollte auf eine qualitativ hochwertige Einrichtung und Pädagogik wert gelegt werden. Denn Durchschnittlich befindet sich ein betreutes Kind 1500 Stunden pro Jahr in einer Kindertagesstätte. Dies ist lange genug, um eine bedeutende Erfahrung im Leben eines Kindes darzustellen.

Der Bedarf an Kindertagesstätten hat sich in den letzten Jahren massiv verändert, genau wie das traditionelle Bild der Familie. Alte Sichtweisen werden emotional hoch aufgeladen diskutiert. Die Debatte gestaltet sich meist in für und wider, schwarz und weiß. Familien befinden sich in einem Dilemma. Gegner führen Erhebungen zu Tagesprofilen des Stresshormons Cortisol an. Befürworter sprechen von Sozialkompetenzen, welche unter Gleichaltrigen ausprobiert und begleitet erlernt werden können. Eltern stehen hier vor einer wichtigen persönlichen Entscheidung. Und im übrigen: Wer hat eigentlich die Kinder gefragt?

Eltern haben die Wahl zwischen öffentlichen oder privaten Trägern mit verschiedenen Qualitätsprofilen und Angeboten. Der Markt bietet hier die facettenreichsten Kreationen von Wellnessangeboten bis hin zur schulischen Frühförderung mit akademischer Urkunde. Verschiedenste Qualitätssiegel mit fragwürdigen und nicht überprüfbaren Standards erleichtern nicht gerade den Überblick und die Entscheidung – gut Kita – schlechte Kita.

Fest steht in jedem Fall: Statistisch gesehen ist das derzeitige Angebot sehr unterschiedlich zu bewerten. Nur knapp 10 Prozent der getesteten Kindertagesstätten (0-3 Jahre) wurde mit einer guten oder einer ausgezeichneten Qualität bewertet. Der Großteil aller getesteten Einrichtungen wurde mit einer mittleren Qualität ausgezeichnet. 12,3 Prozent der getesteten Einrichtungen schnitten mit unzureichender Qualität ab. (vgl. KRIPS-R, Tietze et al., 2007, Wertfein, M., Müller, K. & Danay, E. (2013). Die Bedeutung des Teams für die Interaktionsqualität in Kinderkrippen. Frühe Bildung, 2 (1), 20-27.)) Das heißt, es gibt nachweislich gravierende Unterschiede bei der Qualität in Kindertageseinrichtungen. Qualität ist jedoch aus Sicht der Erziehungsberechtigten in diesem (pädagogischen) Feld oft schwer zu beurteilen und nicht immer auf den ersten Blick zu erkennen.

Eltern sind oft zurecht verunsichert, da das Angebot groß ist und jeder schließlich das beste für sein Kind möchte. Deswegen lohnt es sich auf Qualität zu achten, zu vergleichen und nachzufragen.

Wir haben Qualitätsmerkmale zusammengestellt, um Ihnen die Auswahl einer geeigneten Kindertagesstätte für Ihr Kind zu erleichtern:

Wie finde ich eine „gute Kita?“

Qualitaet in Kinderkrippe Wichtel Akademie

Hochwertige pädagogische Qualität für Kinder in den ersten Lebensjahren zeigt sich darin, dass ….

 …ausreichend Platz vorhanden ist!

Kinder brauchen Bewegung um sich gesund entwickeln zu können. Dies beginnt mit der Mundmotorik oder dem strampeln. Das Bewegungsbedürfnis steigt mit jedem Lebensmonat und wird differenzierter. Das heißt in der Praxis: Kinder brauchen große und möglichst unverstellte Räumlichkeiten mit möglichst viel Platz zum toben, krabbeln, rennen und tanzen – sprich sich zu entwickeln!

Derzeit werden Kindertagesstätten oft schnell und ohne Gesamtkonzept umgesetzt. Die derzeitige und offizielle Untergrenze beträgt: 2,5 Quadratmeter pro Kind.  Vor dem Hintergrund einer aktiven Entwicklung, muss dies als unzureichend bewertet werden, denn wissenschaftliche Studien belegen; Bewegungsabläufe und motorische Handlungsabfolgen gehen nahezu alle Entwicklungsbereiche und Lernbereiche eines Kleinkindes voraus.

Ein hochwertiger Gartenbereich ist in einer „guten Kita“ ein zentraler Ort der Bewegung, natürliche Rückzugsräume und elementare Lernanregungen bieten sollte. Achten Sie darauf! Diese Freiflächen sind in der Praxis leider oft gar nicht mehr vorhanden.

…vielfältiges und hochwertiges Material angeboten wird!

Nicht jedes Spielzeug ist hochwertiges und sinnvolles Spielzeug. Kinder sollen über das angebotene Material vielfältige Anregungen zum Basteln, Werken und Forschen bekommen. Das Material muss natürlich aus unbedenklichen Inhaltsstoffen hergestellt sein und sollte für die Kinder im besten Falle frei zugängig sein.

Gerade Materialien, die flexibel einsetzbar sind und eine angenehme Haptik vorweisen sind oft sehr kostspielig! Diese Investition sollte einerseits getätigt werden, da Kinder sehr intensiv Material erforschen. Aber es geht natürlich auch ganz anders – indem die Natur genutz wird! Es sind Materialien zu verwenden, welche auch für Kleinstkinder unbedenklich sind (z.B. wenn Material in den Mund genommen wird) – aber gerade in der Natur finden sich viele unbedenkliche Gegenstände, die Händchen, Augen und auch Mund erkunden dürfen und sollen – wie Gänseblümchen, Kresse oder sogar Erde (in geringen Mengen).

Kinder sind kreativ und sind hervorragende Schauspieler! Deswegen sollte auch und gerade Alltagsmaterial einen wichtigen Stellenwert in einer „guten Kita“ haben. Je einfacher das Spielzeug, desto mehr Platz hat die Kreativität: Decken, Tücher und Dosen werden zu Zelten, Königskronen und Torten … Zudem ist selbstverständlich eine vielfältige Auswahl an Büchern für alle Altersgruppen erforderlich.

…ausreichend und gut qualifizierte Mitarbeiter in der Einrichtung arbeiten!

Als einer der wichtigsten Faktoren in der Bewertung der Qualität in Kindertageseinrichtungen ist die Frage, ob ausreichend Personal in der Einrichtung angestellt ist. Von zentraler Bedeutung ist hierbei der Personalschlüssel einer Einrichtung.

… sich die Eingewöhnungsdauer nach den Bedürfnissen des Kindes richtet!

Kinder brauchen feste Bezugspersonen. Deswegen ist die Gestaltung der Eingewöhnungszeit als einer der wichtigsten Qualitätsmerkmale einer Kindertageseinrichtung zu sehen. Erst wenn die Einrichtung mit ihren Personen, den Räumlichkeiten und dem Tagesablauf für das Kind keine neue Situation mehr darstellt, kann das Kind sich dort ohne seine Eltern wohlfühlen und weitere Entwicklungsschritte meistern. Kinder reagieren oft sehr ängstlich auf Trennungssituationen. Oft werden die Spätfolgen eines zu schnellen „Alleingelassen“ nicht beachtet oder unterschätzt.

… Transparenz gelebt wird!

Das Verhältnis von Kindertageseinrichtung und Familie sollte von Vertrauen geprägt sein. Dies verlangt die Einrichtung eines Elternbeirates genau so wie die grundsätzliche Bereitschaft der Einrichtung/des Trägers, den Alltag und die Tagesstrukturen sehen zu können. Und natürlich informiert und involviert eine „gute Kita“ die Eltern der Kinder.

Yoga Krippe Kindergarten

Yoga für Kinder – Warum?

Darum tut Yoga Kindern gut!

Yoga Kindergarten Kinderkrippe

Krippen- und Kindergartenkinder sind jeden Tag vielen Anforderungen und Reizen ausgesetzt. Bewegung könnte als Ausgleich helfen. Darum bieten wir in fast allen Einrichtungen der Wichtel Akademie den Kindern regelmäßig Yoga an. Das mag für manche etwas hochgestochen klingen. Warum also Yoga?

Weil Yoga nicht nur auf die Bedürfnisse des Körpers, sondern auch auf die des Geistes eingeht. Und das ist gerade bei Kindern und ihrer steten Entwicklung sehr wichtig.

Franka Wunder-Best, zertifizierte Kinder-Yogalehrerin, unter anderem tätig an den Standorten Obersendling und Sendling, bestätigt: „Wir aktivieren beim Yoga alles – von der Fuß- bis zur Zungenspitze. Es machen in den Yoga-Übungen immer alle Kinder mit, die Lust haben – vom Krippenkind bis zum Kindergartenkind. Und auch die ganz Kleinen ahmen Bewegungen und Laute begeistert nach. Selbst die, die noch nicht ganz ohne Hilfe laufen können, beugen sich mit allen gemeinsam in den „Nach unten schauenden Hund.“

Kinder-Yogis lernen von der Natur

Kinderkrippe Kindergarten Yoga

Yogis wissen, dass bei Erwachsenen  korrektes Ein- und Ausatmen während der Asanas (Übungen) sehr wichtig ist. Für die Kinder geht es um etwas anderes: Yoga läuft in diesem Fall ab, wie ein gemeinsamer gedanklicher Ausflug in die Natur. „Kann die Eule ihren Kopf komplett drehen? Wollen wir das einmal mit unserem Oberkörper probieren? Drehen wir uns alle gemeinsam soweit es geht?“ Peu à peu stärken die Kinder so ihr Bewusstsein und ihre Gespür für ihren Körper und ihre Körperwahrnehmung.

Und auch das Gemeinsamkeitsgefühl also die soziale Kompetenz (Basiskompetenz) stärkt Yoga. Für viele Kleinkinder ist es noch eine Herausforderung, auf einem Bein zu stehen. Mit der Übung des „Baums“ trainieren sie darum ihr Gleichgewicht. Klappt das noch nicht so gut, dann geht es sicher in der Gruppe besser und darum stützen sich alle gegenseitig in einem „Wald“. Natürlich fallen nach kurzer Zeit trotzdem einige um, aber das ist dann auch gemeinsam umso lustiger. Übrigens wird bei der U8 beispielsweise getestet, ob Kinder jeweils auf einem Bein stehen können und erfahrungsgemäß haben Kinder, die den „Baum“ trainieren damit weniger Probleme.

 

Kinder entwickeln sich, aber kennen ihre Grenzen

Die etwas Älteren versuchen nach der „Baum“-Asana noch eine zusätzliche Übung, indem sie die Arme zum „Elefanten“ verschränken. Der Elefant fördert die Koordination von Armen und Händen und aktiviert zeitgleich beide Gehirnhälften. Wie zum Beispiel auch der „Schmetterling“, bei dem die Kinder auf dem Rücken liegend die Arme und Beine auf- und zuklappen; oder die „Katze“, bei der die Kinder im Vierfüßlerstand sind und erst den rechten Arm und das linke Bein ausstrecken – und danach das Ganze umgekehrt.

Teilweise wirken die kleinen Yogis dann schon weise wie Altmeister Yoda. Franka Wunder-Best erzählt von einem Krippenkind während der „Schildkröten“-Übung (Fußsohlen aneinander, Nasenspitze zu den Fußspitzen). Sie lobte das Kind und stellte fest: „Ich komme mit meiner Nase nicht so toll an die Füße wie Du.“ „Ja“, wusste der Kleine, „weil Du so alt bist. Ach, ich werde auch schon bald Drei.“

Yoga: Gemeinsam aktivieren und gemeinsam zur Ruhe kommen

Kinderkrippe Kindergarten yoga

Zusätzlich ist Yoga auch für das Sprachzentrum förderlich. Bei manchen Übrungen „brüllen“ alle gemeinsam wie ein Löwe, während sie die Zunge herausstrecken und die Augen aufreißen; zischen wie eine Schlange oder pusten mit herausgetreckter Zunge wie ein Elefant. Nicht nur für Kinder, die undeutlich sprechen, ist ein Training der Zungenbeweglichkeit und -Muskulatur  sehr hilfreich. Und auch die Wahrnehmung währenddessen, ob die eigene Atemluft sich nun warm oder kalt anfühlt, ist wichtig, um sich mit seinem eigenen Körper wohl zu fühlen. Lilo Baumann, Expertin für Frühpädagogik bei der Wichtel Akademie sagt: „Je besser die Kinder sich, ihren Körper und ihre Reaktionen auf Berührung und Bewegung kennen, desto besser fühlen und entwickeln sie sich.“

Reicht turnen nicht aus?

Grundsätzlich ist Turnen natürlich genauso gut, weil jede Form von Bewegung die Kinder in ihrer Entwicklung unterstützt. Nur geht Yoga noch einen kleinen Schritt weiter, indem der komplette Körper involviert wird und auch noch eine Abschlussruhe folgt. Franka Wunder-Best beispielsweise singt nach der Yoga-Einheit mit den Kleinen „Summ-und-Brumm“, was bei Erwachsenen als „Om“ bekannt ist, und schließt eine kurze Ruhephase und eine Verbeugung mit dem Abschiedsgruß Namasté an. Bei den Kindergartenkindern erfolgt diese Ruhephase etwas ausführlicher mit einer kleinen Geschichte, die die Kinder durch zwei drei Wunschwörter vorgeben, über Tiere, Prinzessinnen und Co. Währenddessen massiert die Yogalehrerin die Stirn und Schläfen der kleinen Yogis. So bleiben alle Kinder fünf bis sechs Minuten still liegen bis alle dran waren.

Wir freuen uns auf viele kleine Yogis! Namasté

 

 

 

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Mein Kind kratzt und beißt mich

Mein Kind kratzt und beißt mich

kratzen beissen paedagogische FragenGerade wurde noch auf Mamas Arm gekuschelt. Ein wundervoller inniger Moment – doch auf einmal ist es vorbei. Zack, ein Kratzer am Hals. Au – ein Biss am Handgelenk. Was ist in den kleinen Racker gefahren? Warum beißen Kinder auf einmal? Und dann auch noch ihre eigenen Eltern?

Zunächst einmal die beruhigende Nachricht, in der sich Fachleute wie Psychologen, Soziologen und Pädagogen einig sind: Kratzen und Beißen ist bei Kleinkindern nie böse gemeint. Und dient auch nie dazu, die Mutter, den Vater oder die Erzieherin zu verletzen. Kleinkinder bis drei Jahren verstünden gar nicht, dass sie jemandem Schmerz zufügen. Erst im Alter zwischen vier und fünf Jahren entwickelten sie die Fähigkeit zur Empathie oder könnten die Perspektive wechseln. Bei Siebenjährigen ist dieses Entwicklungsfenster ungefähr abgeschossen. Lilo Baumann, pädagogische Trainerin bei der Wichtel Akademie sagt: „Wenn Kleinkinder kratzen oder beißen ist es ein Ausdrucksmittel.“ Oft sei es einfach eine weitere Möglichkeit sich mitzuteilen, die gerade die Kinder, die sprachlich noch eingeschränkt sind, nutzten.

Erziehungsratgeber und pädagogische Fachliteratur zählen zahlreiche Gründe dafür auf, warum Kinder kratzen oder beißen. Sehr oft ist es ein Zeichen der Frustration, die dann in dieser Form der Aggression resultiert.

Wenn das Kind beißt oder kratzt hilft also ein Check

kratzen beissen paedagogische Fragen 11. Ahmt das Kind das Verhalten anderer nach? Was passiert auf der Straße, im Fernseher, zuhause oder was machen die Geschwisterkinder? Nachahmung ist oft die Ursache für das Verhalten der Kinder (siehe Modell-Lernen nach Albert Bandura).

2. Welche Bedürfnisse hat das Kind gerade? Kann es noch nicht sprechen und mitteilen, dass etwas gegen seinen Willen läuft und das wurde bislang nicht erkannt? Ist das Kratzen ein Ausdrucksmittel?

3. Will das Kind seine Kräfte ausprobieren? Testen, wo Grenzen anfangen und lernen, wie weit es gehen kann?

4. Ist es unterfordert? Überfordert? Prasseln viele neue Informationen auf das Kind ein? Könnte Müdigkeit der Auslöser sein? Ist es kraftlos und erschöpft, kann es sich nicht selbst regulieren.

5. Ist das Kratzen in dem Fall eine Möglichkeit der Selbstwirksamkeit – was bedeutet, wenn es kratzt erfolgt eine Reaktion (ein Schrei, Aufmerksamkeit oder ein lustiges Erstaunen der Erwachsenen). Dadurch lernt das Kind, dass es mit kratzen oder beißen etwas bewirken kann und freut sich darüber, was bewirkt, dass es wieder kratzt oder beißt.

6. Ist es enttäuscht von sich, weil es etwas nicht geschafft hat? Und kann mit dieser Enttäuschung nicht umgehen? Ist es also frustriert?

Und warum passiert das zuhause viel häufiger als in der Kita? Warum beißt das Kind die Erzieherin nicht? Warum eher die Eltern?

Je älter Kinder werden, desto größer wird der Wunsch, sich von den Eltern abzugrenzen. Dieses Verlangen ist gegenüber den Erziehern nicht so ausgeprägt. Hinzu kommt, dass sich das Verhalten der Eltern und der Erzieher gegenüber den Kindern unterscheidet.

Zuhause nehmen Eltern den Kindern oft die Schwierigkeiten ab, um dem Kind etwas Gutes zu tun. Sie reichen dem Kind die Spielsachen, sie räumen Hindernisse aus dem Weg, heben das Kind auf, wenn es hinfällt und bleiben auch bei Kindern über drei Jahren am Bett, bis es eingeschlafen ist.

kratzen beissen paedagogische Fragen

In der Kita ist Zähneputzen kein Problem, daheim schon? Oft hilft es zu ritualisieren oder ein Spiel daraus zu machen. Singen Sie zum Beispiel das gleiche Zahnputzlied, wie in der Kita. In gewissen Entwicklungsphasen hilft es auch den jeweiligen Vorgang in eine Geschichte einzubinden. Außerdem wollen Kinder immer mehr Entscheidungen treffen. Zwar steht nicht zur Diskussion, ob die eine Strumpfhose angezogen wird, aber das Kind könnte sich die Farbe aussuchen. Beim Getränk darf es dann beispielsweise zwischen Tee oder Wasser wählen. Kinder entwickeln einen gewissen Stolz, wenn sie die Entscheidungen treffen dürfen. So unterstützen die Eltern die Selbstwirksamkeit der Kinder.

Eine klare deutliche Ansage hilft dem Kind den Ernst der Lage zu verstehen. Wenn bislang gelacht wurde, wenn das Kleinkind versucht in den Finger zu beißen und auf einmal sind die Muskel stärker und was bislang Spaß war, ist auf einmal verboten, leuchtet das den wenigsten Kindern ein. Egal in welchem Alter, sollte die Ansage immer klar sein und immer deutlich. Zum Beispiel „Nicht in den Finger beißen.“ Dabei immer im Blickkontakt mit dem Kind stehen. Wiederholt das Kind sein Verhalten, hält die Mutter oder der Vater das Händchen des Kindes ruhig fest und wiederholt seine Aussage ruhig, klar und eindeutig. „Nicht in den Finger. Das tut weh. Du kannst ins Brot beißen oder in den Beißring.“ Damit führen die Eltern das Kind zum Mitgefühl hin. Die Ansage sollte genauso eindeutig sein, als stünden die Eltern mit dem Kind an der roten Ampel.

Manchmal staut sich Wut auf, weil etwas nicht gelingt. Irgendetwas ist ihm zu viel und durch Kratzen oder Beißen drückt das Kind sein „nein“ aus. Eltern begleiten es dabei, wenn es seine Emotionen kanalisiert und gestehen dem Kind seine Emotionen zu. „Jetzt bist Du wütend. Und auch ein wenig traurig? Jetzt darfst Du auch wütend sein. Das verstehe ich sehr gut.“

Und es bleibt wichtig für die Eltern, Situationen auszuhalten. Das Kind darf weinen, enttäuscht sein, Verlust erleben. Dann wird es auch immer leichter damit umgehen können. Im Buch „Hauen, beißen, sich vertragen“ von Irmgard Kollmann wird die Leiterin einer Kita zitiert: „Wenn das Kind laufen lernt, freuen sich alle und klatschen. Wenn es den Umgang mit Wut und ähnlichen Emotionen übt sind die Erwachsenen betroffen und das Kind ‚böse‘.“ Dabei sei auch dies ein wichtiger Lernprozess. Und kurz darauf braucht es keine stille Treppe, sondern möchte wieder kuscheln. Da, wo es so gemütlich ist. Am liebsten auf dem Arm.

Pflege in der Kinderkrippe

Pflege und Hygiene in der Kinderkrippe

Grundsätze für den liebevollen Umgang mit Kindern während der Pflege (Wicklen, Naseputzen, Anziehen und Co.) in der Kinderkrippe

wickeln

Kinder haben Grundbedürfnisse wie Geborgenheit und Sicherheit, Erfahrung, aktiv beteiligt zu sein und die Achtung und Be-Achtung ihrer Bedürfnisse. Diese Grundbedürfnisse müssen besonders in der Pflegezeit daheim und in der Kinderkrippe gestillt werden, da diese Zeit die intensivste Zeit der Zuwendung darstellt. Hier bekommt das Kind die volle Aufmerksamkeit und muss sie mit niemandem teilen. In dieser Zeit wird die respektvolle Beziehung zwischen der Bezugsperson und dem Kind gepflegt – seien es Eltern, pädagogische Fachkräfte in der Kita oder Babysitter. Nur, wenn das Kind sich geborgen fühlt und eine gute Beziehung zur Bezugsperson, wie zum Beispiel zur pädagogischen Fachkraft aufbaut und hält, kann es Bildungsprozesse eingehen, also lernen. Daher ist die Zeit der Pflege ebenso bedeutsam für die Entwicklung des Kindes wie eine pädagogische Aktivität.

Stärkung der Kompetenzen

pflege anziehenIm Moment der Pflege oder kurz davor macht das Kind vielerlei Erfahrungen: Zunächst entwickelt das Kind Selbstbewusstsein. Es nimmt also eigene Bedürfnisse wahr und merkt, dass es diese Bedürfnisse ausdrücken kann und damit Einfluss auf andere Menschen hat. Im Laufe der Zeit entsteht daraus eine Selbstständigkeit. Es kann seine Bedürfnisse nicht nur mitteilen, sondern auch zur Befriedigung selbst beitragen. Und je mehr das Kind dazu beitragen kann, desto größer wird sein Autonomieerleben. In Zusammenarbeit mit der Erzieherin oder Kinderpflegerin während der Pflege lernt das Kind zu kooperieren und stärkt damit seine sozialen Kompetenzen.

PflegeDas klappt allerdings alles nur, wenn das Kinderkrippenkind respektvoll behandelt wird und die Bezugsperson das Kind in das Geschehen einbindet. Beim handlungsbegleitenden Sprechen beschreibt die Bezugsperson was geschieht und kündigt auch an, was sie vorhat. Und auch die Aktivitäten und Reaktionen des Kindes werden beschrieben. Damit zeigt die Bezugsperson wie Mutter, Vater oder Erzieherin, dass sie dem Kind zuhört, und seine Gefühle und Äußerungen versteht und wahrnimmt.

Kinder machen gerne mit und helfen. Möglichkeiten dazu wären unter anderem, Windel holen, selbst auf die Wickelkommode steigen, wenn dies möglich ist, beim Aus- und ziehen beteiligen. Wenn es möchte, können die Bezugspersonen das Kind auch im Stehen wickeln.

Grundsätze der Pflege, die wir in der Wichtel Akademie einhalten und uns freuen, wenn die Eltern sich daran orientieren

( Beachtung der Grundsätze von Kinaesthetics Infant Handling)

pflege neu– Wir bewegen das Kind entsprechend seiner Anatomie (Beachtung von Weichteilen und Körpermassen).

– Wir bewegen das Kind gleichzeitig und gemeinsame mit dem Kind und zwingen das Kind nicht in eine andere Richtung als die von ihm angezeigte.

– Wir geben dem Kind die Chance zu zeigen, was es kann und lassen es so aktiv mithelfen (im Rahmen seiner Möglichkeiten).

– Wir wickeln die Kinder im seitlichen Liegen oder bei größeren Kindern im Stehen

 

 

pflege wickeln– Wir nehmen die Kinder nicht im Schraubstockgriff hoch, sondern durch eine Drehung von der Rückenlage auf die Seite. Anschließend unterstützen wir die Schulter bei der begleitenden Bewegung

– Neue Bezugspersonen fragen die Kinder, ob sie sie wickeln dürfen.

– Wir sprechen die Kinder mit Namen an und erklären und kündigen an, was wir tun.

– Wir suchen immer wieder den Blick des Kindes.

 Die Pflegezeit ist eine wertvolle Zeit – für uns & für die Kinder