Viele Eltern sprechen uns direkt in der Einrichtung an oder suchen im Netz nach Antworten auf pädagogische Fragen. Wir, die Pädagogen der Wichtel Akademie, können und wollen keine pauschalen erzieherischen Ratschläge erteilen. Jedes Kind ist anders und steht an seinem Entwicklungspunkt. Wir können nur sagen, was wir in der Krippe und im Kindergarten machen und warum. Wobei wir auf jedes Kind individuell reagieren. Hier finden Sie pädagogisch fundierte Aussagen zu Themen wie: Was unterscheidet die Krippe vom Kindergarten? Schläft mein Kind genug? Kratzen, beißen, raufen – ist das normal? Wie kann ich Kindern Grenzen setzen? Sauberkeitsentwicklung – wann ist das Kind soweit? Und viele mehr. Sie haben Fragen? Schreiben Sie uns auf Facebook oder Google+ mailen oder Sie uns auf info@wichtel-muenchen.com. Wir freuen uns auf ihr Feedback!

Pflege in der Kinderkrippe

Pflege und Hygiene in der Kinderkrippe

Grundsätze für den liebevollen Umgang mit Kindern während der Pflege (Wicklen, Naseputzen, Anziehen und Co.) in der Kinderkrippe

wickeln

Kinder haben Grundbedürfnisse wie Geborgenheit und Sicherheit, Erfahrung, aktiv beteiligt zu sein und die Achtung und Be-Achtung ihrer Bedürfnisse. Diese Grundbedürfnisse müssen besonders in der Pflegezeit daheim und in der Kinderkrippe gestillt werden, da diese Zeit die intensivste Zeit der Zuwendung darstellt. Hier bekommt das Kind die volle Aufmerksamkeit und muss sie mit niemandem teilen. In dieser Zeit wird die respektvolle Beziehung zwischen der Bezugsperson und dem Kind gepflegt – seien es Eltern, pädagogische Fachkräfte in der Kita oder Babysitter. Nur, wenn das Kind sich geborgen fühlt und eine gute Beziehung zur Bezugsperson, wie zum Beispiel zur pädagogischen Fachkraft aufbaut und hält, kann es Bildungsprozesse eingehen, also lernen. Daher ist die Zeit der Pflege ebenso bedeutsam für die Entwicklung des Kindes wie eine pädagogische Aktivität.

Stärkung der Kompetenzen

pflege anziehenIm Moment der Pflege oder kurz davor macht das Kind vielerlei Erfahrungen: Zunächst entwickelt das Kind Selbstbewusstsein. Es nimmt also eigene Bedürfnisse wahr und merkt, dass es diese Bedürfnisse ausdrücken kann und damit Einfluss auf andere Menschen hat. Im Laufe der Zeit entsteht daraus eine Selbstständigkeit. Es kann seine Bedürfnisse nicht nur mitteilen, sondern auch zur Befriedigung selbst beitragen. Und je mehr das Kind dazu beitragen kann, desto größer wird sein Autonomieerleben. In Zusammenarbeit mit der Erzieherin oder Kinderpflegerin während der Pflege lernt das Kind zu kooperieren und stärkt damit seine sozialen Kompetenzen.

PflegeDas klappt allerdings alles nur, wenn das Kinderkrippenkind respektvoll behandelt wird und die Bezugsperson das Kind in das Geschehen einbindet. Beim handlungsbegleitenden Sprechen beschreibt die Bezugsperson was geschieht und kündigt auch an, was sie vorhat. Und auch die Aktivitäten und Reaktionen des Kindes werden beschrieben. Damit zeigt die Bezugsperson wie Mutter, Vater oder Erzieherin, dass sie dem Kind zuhört, und seine Gefühle und Äußerungen versteht und wahrnimmt.

Kinder machen gerne mit und helfen. Möglichkeiten dazu wären unter anderem, Windel holen, selbst auf die Wickelkommode steigen, wenn dies möglich ist, beim Aus- und ziehen beteiligen. Wenn es möchte, können die Bezugspersonen das Kind auch im Stehen wickeln.

Grundsätze der Pflege, die wir in der Wichtel Akademie einhalten und uns freuen, wenn die Eltern sich daran orientieren

( Beachtung der Grundsätze von Kinaesthetics Infant Handling)

pflege neu– Wir bewegen das Kind entsprechend seiner Anatomie (Beachtung von Weichteilen und Körpermassen).

– Wir bewegen das Kind gleichzeitig und gemeinsame mit dem Kind und zwingen das Kind nicht in eine andere Richtung als die von ihm angezeigte.

– Wir geben dem Kind die Chance zu zeigen, was es kann und lassen es so aktiv mithelfen (im Rahmen seiner Möglichkeiten).

– Wir wickeln die Kinder im seitlichen Liegen oder bei größeren Kindern im Stehen

 

 

pflege wickeln– Wir nehmen die Kinder nicht im Schraubstockgriff hoch, sondern durch eine Drehung von der Rückenlage auf die Seite. Anschließend unterstützen wir die Schulter bei der begleitenden Bewegung

– Neue Bezugspersonen fragen die Kinder, ob sie sie wickeln dürfen.

– Wir sprechen die Kinder mit Namen an und erklären und kündigen an, was wir tun.

– Wir suchen immer wieder den Blick des Kindes.

 Die Pflegezeit ist eine wertvolle Zeit – für uns & für die Kinder

Krippenkinder Pädagogik Essen

Essen und Trinken – was können Krippenkinder selbst?

kita essen

In den Kindergärten und Krippen der Wichtel Akademie kommen wir den Bedürfnissen der Kinder nach und folgen ihren Entwicklungsaufgaben. Selbstverständlich auch bei alltäglichen Aufgaben wie beim Essen, also auch bei Tischritualen und Tischmanieren. Wir unterstützen sie in der Autonomieentwicklung, in der Entwicklung und Verfeinerung von gezielter Bewegung und in der Sauberkeitsentwicklung. Außerdem üben wir mit den Krippenkindern ihre Wahrnehmung und die Weiterentwicklung ihrer sozialen Kompetenz.

Wie üben wir die Wahrnehmung?

Tischmanieren 2Vom Greifen zum Begreifen

Die pädagogischen MitarbeiterInnen motivieren die Kinder verschiedene Geschmacksrichtungen auszuprobieren. Sie schmecken salzig, süß und bitter und werden sich dessen bewusst, da die ErzieherInnen die Geschmackserlebnisse aussprechen und begleiten. Außerdem weisen sie auf Farben und Formen des Essens hin. Fragen nach, wie sich das Essen anfühlt – in der Hand und im Mund. Ist es hart, weich, glatt oder glitschig? Die Erfahrung speichert sich im Gehirn ab durch multipe Sinnesreize.

Während des gesamten Essens sprechen die ErzieherInnen und damit auch die Kinder über das Essen und koppeln somit die visuelle Wahrnehmung mit Sprache mit einer Tätigkeit.

 In welcher Form beteiligen wir die Kinder und warum?

Tisch decken–          Gemeinsam mit einer pädagogischen MitarbeiterIn holen die Kinder den Wagen mit dem Essen und dem Gedeck. So fühlen sich alle als Teil der Gemeinschaft und fühlen sich wohl in der Gruppe. Sie agieren gemeinsam und schulen durch die gemeinsame Aufgabe ihre soziale Kompetenz.

–          Alle decken gemeinsam den Tisch mit Sets, Tellern, Gläsern, Schüsseln und Besteck – auch wenn manche Kinder es noch nicht nutzen – so dass es auf alle Fälle bereit liegt. Bei Suppen oder Soßen greifen die Kinder oft von sich aus zum Löffel und trainieren ihre Augen-Hand-Koordination. Wir legen in der Wichtel Akademie Wert darauf, dass die Kinder bekleidet an einem ordentlich gedeckten Tisch sitzen. So lernen die Kinder eine gepflegte Tischkultur wie auch zuhause kennen.

–          Alle sagen – so sie schon sprechen können – gemeinsam einen Tischspruch. Dieses Ritual ist das Zeichen dafür, dass es losgeht und sich alle auf das Essen konzentrieren.

Besteck–          Die Kinder nehmen sich aus der großen Schüssel selbst ihr Essen auf den Teller oder in eine kleine Schüssel. Ihr Autonomiebedürfnis wird gestillt und sie üben dadurch außerdem, Mengen einzuschätzen. Die Kinder dürfen immer alles probieren, müssen nicht aufessen und bekommen auch Nachtisch, wenn sie nicht aufgegessen haben. Essen soll kein Zwang sein und nicht mit negativen Gefühlen verknüpft werden.

–          Nach dem Essen schauen die Kinder ihr Gesicht im Spiegel an und wischen sich den Mund selbst ab. Autonom und ohne Zwang der Erwachsenen entwickeln sie ein Sauberkeitsbewusstsein und –bedürfnis.

–          Auch beim Aufräumen nach dem Essen helfen die Kinder mit, wenn sie möchten. Dies bildet den Abschluss und jeder darf als Teil der Gruppe wieder beitragen, dass das Zimmer gemütlich ist für den Nachmittag.

Für die Obstpause schneiden sich die Kinder mit speziellen Kindermessern selbst zurecht.