Ostern in Afrika

Gibt es dort Osternester? Die Kinder der Kängeru-Gruppe in Biederstein widmeten sich im Rahmen ihres Afrika-Projektes der Korbflecht-Kunst und kreierten ihren eigenen Osterkorb

Ostern in Afrika Projekt Kindergarten

Afrika! Dieser Kontinent übt auf viele Kinder eine besondere Faszination aus. Denn dort leben die wilden Tiere in freier Wildbahn, es scheint oft die Sonne, Afrika ist umgeben vom Meer und die dortige Kultur so anders. Lisa Häusler, Erzieherin im Anerkennungsjahr bei der Wichtel Akademie am Standort Biederstein, hat sechs Monate in einer afrikanischen Kita gearbeitet. Lisa berichtete den Kindergarten-Kindern der Känguru-Gruppe von ihren Erlebnissen dort. Die Kinder waren sofort begeistert von Lisas Erzählungen und ihr Wissensdurst wurde immer größer, so dass die Kängurus beschlossen, sich dem Thema Afrika im Rahmen eines Projekte s zu widmen.

Eintauchen in eine neue Lebenswelt

„Einige Kinder faszinierte besonders das Meer, also entstand eine Taucherecke in der sich die Kinder mit selbstgebastelten Taucherflaschen in die Tiefen des Atlantiks oder des indischen Ozeans stürzten“, berichtet Carina Zehner, stellvertretende Leitung in Biederstein und Leiterin der Känguru-Gruppe. Andere wiederum wollten wissen in welchen Häusern die Menschen dort wohnen, so dass auch die ganz unterschiedlichen Lebensverhältnisse thematisiert wurden und die Kinder Hütten aus Kartons bauten. Damit sie auch stilecht in ihre neue Lebenswelt eintauchen konnten, suchte die Gruppe Kostüme zusammen. Zur Requisite gehörte auch eine Löwenhandpuppe, die den Kindern spielerisch von ihren Erlebnissen in der Savanne berichtete. „Die Faszination von wilden Tieren war ungebrochen und so suchten wir nach thematisch passenden Liedern, wie die Affen rasen durch den Wald. Die Kinder entwickelten selbständig viele Ideen und brachten sich mit zahlreichen Vorschlägen und Ergänzungen ein, denn sie lebten ihr Thema „Afrika“ voll und ganz. Doch außerhalb des Kindergartens  entging den Kindern natürlich nicht, dass ein anderes wichtiges Ereignis kurz vor der Tür stand: Das Osterfest.

Do they know it’s Easter time at all?

Die Afrika-Stimmung war in der Gruppe allerdings ungebrochen, so dass die Erzieher beschlossen, das Projekt zu verlängern. „Wir stellten uns die Frage wie denn Ostern in Afrika gefeiert wird“, berichtet Carina Zehner. „Und wir fanden heraus, dass es an diesem Tag ein großes Festmahl gibt, an dem viel getanzt wird. Was es allerdings nicht zu geben scheint, sind Osternester.“ Aus dieser Feststellung heraus entstand eine spannende Diskussion in der Känguru-Gruppe, denn die Osternester waren bislang fester Bestandteil der Oster-Tradition in der Gruppe gewesen. „Da wir ja in Afrika waren, wollten wir uns natürlich den Gegebenheiten vor Ort anpassen. Die Kinder hatten die Idee, sich an der afrikanischen Korbflecht-Kunst zu orientieren und auf diese Art ein Osternest zu gestalten“, berichtet Carina Zehner. Im Internet guckte sich die Gruppe an, wie Körbe geflochten und gewebt wurden und stellte fest: das ist ganz schön viel Arbeit. Entmutigen ließen sich allerdings nicht, sondern beschlossen viel mehr zusammenzuarbeiten um einen großen, gemeinsamen statt vieler einzelner Körbe zu flechten. „Die Kinder waren gleich Feuer und Flamme, sie schmiedeten einen Plan und machten sich draußen auf die Suche nach leicht biegsamen Stöcken. Allerdings merkten sie, dass es ganz schön schwer ist mit Stöcken zu flechten, deshalb versuchten sie es mit Schnüren, im Laufe der Zeit kam auch die Kordel-Technik dazu. „Die Idee, die unterschiedlichen Techniken auszuprobieren, kam ganz alleine von den Kindern. Während die größeren flochten und kordelten, halfen die kleineren beim Zurechtschneiden der Schnüre“, erinnert sich Carina Zehner. Die pädagogischen Mitarbeiter unterstützen die Kinder bei dem Prozess, indem sie Fragen stellten und die Kinder darin unterstützen herauszufinden, wer Antworten liefern kann: Mama, Papa, Oma, Bücher, das Internet – die Kinder lernten so die unterschiedlichen Informationsquellen kennen.

Ein Korb – vielfältige Bildungsbereiche

Die Kinder widmeten sich im Laufe des Projektes den unterschiedlichen Bildungsbereichen und Basiskompetenzen. Sie lernten die unterschiedlichen Größenverhältnisse kennen indem sie testeten wie groß die Zwischenräume im Korb sein dürfen, damit kein Ei durchfällt. Sie widmeten sich den Mengen und Gewichtverhältnissen, damit der Korb nicht zu schwer wird. Mathematisch wurde es bei den Überlegungen zu der benötigten Anzahl an Flechtschnüren. Und auch die Farbzusammenstellung und die unterschiedlichen Wahrnehmungen von „schönen“ Farben waren ein Thema. Die Kinder arbeiteten drei Wochen an ihrem Korb und stärkten dabei ihre Auge-Hand-Koordination, die Feinmotorik, ihre Konzentration sowie Geduld, Durchhaltevermögen und das gemeinsame Arbeiten im Team. Mit dem Ergebnis war dann die ganze Gruppe mehr als Zufrieden und zurecht wahnsinnig stolz auf ihren afrikanischen Oster-Korb.

Nach getaner Arbeit soll nun das Osterfest gefeiert werden: natürlich auf afrikanische Art und Weise, gemeinsam tanzend um eine lange Tafel herum. Dass der Osterhase auch den Weg zu ihrem besonderen Osternest finden und dieses reich befüllen wird, davon sind die Känguru-Kinder überzeugt!