Echtheit
Echtheit (nach Carl Rogers, 1902–1987) bezeichnet in der Pädagogik die authentische Haltung der Erzieher:innen dem Kind gegenüber. Das bedeutet, dass Fachkräfte dem Kind echte Aufmerksamkeit schenken und kein vorgespieltes Interesse zeigen. Sie sind in ihren Äußerungen und Handlungen aufrichtig, was dem Kind Sicherheit gibt. Daran kann ein Kind wachsen und sein Selbstbild positiv konstruieren. Wichtig ist dabei, dass Erzieher:innen nicht jede Emotion ungefiltert ausleben – vor allem nicht vor Kindern. Zu starke oder negative Gefühlsausbrüche könnten von Kindern als verletzend oder beängstigend wahrgenommen werden, daher müssen pädagogische Fachkräfte ihre eigenen Emotionen reflektiert und angemessen zeigen.
Echtheit als Vertrauensbasis
Authentisches Verhalten der Erwachsenen bildet die Grundlage für eine vertrauensvolle Beziehung. Kinder spüren diese Aufrichtigkeit und erleben ihre Bezugsperson als verlässlich. Das fördert eine sichere Bindung und ermutigt Kinder, auch selbst Gefühle und Bedürfnisse offen auszudrücken. Wenn pädagogische Mitarbeiter:innen echt und kongruent reagieren, lernen Kinder, dass sie ihre eigenen Emotionen nicht verstecken müssen – sie dürfen sie in angemessener Weise zeigen. Echtheit der Betreuungsperson dient somit als wichtiges Vorbild und stärkt das Selbstwertgefühl des Kindes in der frühen Entwicklung.